Jeder Mensch hat Träume und einer meiner Träume ist Afrika. Schon lange Zeit übt dieser Kontinent mit seiner Vielfalt an Leben und Landschaft große Faszination auf mich aus.
Im Herbst 2007 las ich auf der Homepage von DIGUNA von der Möglichkeit eines 4-wöchigen Missionseinsatzes in Kenia , bestehend aus praktischer Arbeit, evangelistischen Schuleinsätzen und ein paar Tagen Erholung. Das Ganze nennt sich Mission Active.
Im September 2008 war es dann endlich soweit. Wir, das Mission Active Team2008 (10 Frauen + 2 Männer)starteten in Frankfurt unseren Flug über Dubai nach Nairobi. Nach herzlichem Empfang durch zahlreiche DIGUNA-Mitarbeiter am dortigen Flughafen ging es direkt nach Mbagathi, einer Missionsstation , in der Nähe des Nairobi Nationalparks. Zeit für erste Eindrücke blieb sehr wenig, da es kurz nach unserer Ankunft dort bereits dunkel wurde und wir außerdem alle ziemlich müde waren nach 12-stündigem Flug und Aufenthalt in Dubai.
Am nächsten Morgen ging es dann wirklich los. Mit einem alten Armeetruck namens Hiskia steuerten wir unser erstes Ziel die Missionsstation Tinderet an. Auf der Fahrt , ca. 12 Stunden in nordwestlicher Richtung durch ländlich geprägtes Gebiet, hatten wir genügend Zeit erste Eindrücke von der uns fremden Kultur und Umgebung zu sammeln. Alles war anders: Die Gerüche, die Straßen, die Menschen die abwechslungsreiche Landschaft. All dies ließ die lange Fahrt wie im Fluge vergehen.
Die nächsten Tage verbrachten wir dann damit in das Alltagsleben der Station Tinderet, im kenianischen Hochland, rein zu schnuppern. Dazu halfen wir den Mitarbeitern bei verschiedenen praktischen Arbeiten z. B. bei der Maisernte, dem Kochen in der großen Gemeinschaftsküche uvm. Auch dort fühlten wir uns schnell wie zu Hause, da wir überall herzlich aufgenommen wurden. Ein ganz besonderes Erlebnis waren auch unsere Besuche der Kinderheime in Tinderet und Ngechek (einer benachbarten Station). Nachmittags stand außerdem dann täglich das Einüben der verschiedenen Programminhalte für unsere in der nächsten Woche stattfindeten Schuleinsätze auf dem Programm.
Nach einer Woche Leben auf einer Missionsstation waren wir nun bereit für unsere Schuleinsätze, die in Voi ca. 720 km südlich stattfinden sollten. Nach der langen Fahrt bot sich uns nun wieder ein ganz anderes Bild von Kenia. Nach dem grünen bergigen Hochland befanden wir uns nun in einer von rotem Staub bedeckten trockenen Savannenlandschaft. Statt wie bisher in auf einer Station, lebten wir nun in Zelten auf dem Hof einer kenianischen Pastorenfamilie. Hier durften wir dann einfaches afrikanisches Leben kennen lernen - ohne fließendes Wasser, ohne richtige Toiletten, aber dafür mit ganz viel Herzlichkeit seitens unserer Gastfamilie. Das „Feel free and feel like Home“ wurde hier ganz groß geschrieben und wir fühlten uns nach kurzer Zeit wie Familienmitglieder. Ein ganz tolles, beispielhaftes Erlebnis, gerade für uns westliche Christen.
Vor den Schuleinsätzen hatte ich persönlich ein bisschen Bammel, da mein Englisch eher mäßig ist und ich einfach Angst hatte mich nicht richtig artikulieren zu können. Aber durch das gute Einstudieren der Lieder, Theaterstücke, Spiele und dem lebhaften Interesse der afrikanischen Kids verschwanden meine Bedenken relativ schnell. Das Ganze machte einfach Riesenspaß sowohl uns als auch den Schülern. Und ich hoffe einfach, dass wir ihnen Gottes große Liebe näher bringen konnten. Zu erwähnen wäre, dass wir in 5 Tagen 10 Schulen besuchten, was zwar schön, aber bei großer Hitze auch anstrengend war, so dass wir abends alle ziemlich müde waren.
Nach einer Woche Voi hieß es Abschied nehmen von der herzlichen Pastorenfamilie und wir steuerten nun den Tsavo East Nationalpark an. An zwei Tagen konnten wir dort wirklich fast alle typischen afrikanischen Tiere in spektakulärer vielseitiger Landschaft bewundern. Ein wirklich beeindruckendes Erleben von Gottes großer Schöpfung. Den nächsten Teil unserer Reise verbrachten wir dann in Mombasa. Hier konnten wir unter Palmen am indischen Ozean nach Herzenslust relaxen - einfach Urlaub pur!!
So langsam neigte sich unsere Zeit in Afrika jetzt dem Ende entgegen und wir verbrachten nach unserer Rückkehr nach Nairobi noch zwei Tage iauf der Missionsstation Mbagathi , um dann abschließend noch zu den Magadi Hotsprings in die Salzwüste aufzubrechen. An den heißen Quellen befinden sich große Salzseen mit vielen Flamingo u.Pelikanschwärmen, einfach wunderschön! Unter afrikanischem Sternenhimmel schliefen wir die letzte Nacht unseres Afrikaabenteuers in der Wüste…
Diese 4 Wochen Afrika gehören zu den schönsten Erlebnissen meines Lebens. Das einfache Leben, die wunderbare Natur, das Freundschaft knüpfen mit den Kenianern, unserer gute Gemeinschaft im Team, die evangelistischen Einsätze aber auch z. B. die Armut und das Elend eines Teils der Bevölkerung dort , waren prägende Ereignisse für mich und mein Leben. Ich habe wieder gelernt DANKE zu sagen für all das, was ich in meinem Leben für eine von Gott gegebene Selbstverständlichlkeit hingenommen habe.
Hendrik Moos (26),Dillenburg