Am 3.9.11 kamen wir schließlich nachmittags in Kenia an, wo wir von zwei kenianischen Diguna-Mitarbeitern abgeholt wurden, die uns in unseren vier Wochen durch Kenia begleiten sollten.
Sie brachten uns zur ersten Station nach Mbagathi, ca. 20km entfernt von Kenias Hauptstadt Nairobi. Auf der Fahrt dorthin konnten wir schon die ersten Eindrücke sammeln – der kenianische Straßenverkehr ist doch ganz anders als auf den „geordneten“ deutschen Straßen.
In Mbagathi hatten wir zwei Tage Zeit, um anzukommen und uns miteinander vertraut zu machen.
Wir besuchten einen kenianischen Gottesdienst in Nairobi, der jedoch den uns bekannten europäischen Gottesdiensten noch sehr ähnlich war.
Nach zwei Tagen beluden wir einen alten, kleinen, gelben Schulbus mit unseren Koffern und allerlei anderem Gepäck und machten uns – mit vier kenianischen Diguna-Mitarbeitern – auf die Reise nach Ngecheck, einer kleineren Station mitten in der „grünen Pampa“ im Westen Kenias. Die Fahrt dauerte länger als geplant, denn es regnete und regnete und regnete… und kenianische Straßen sind weder geteert noch geschottert, sodass der schwache Bus Mühe hatte, auf den glitschigen Straßen vorwärts zu kommen – das erste Abenteuer für uns Deutsche J Unterwegs wurde in einer Stadt kurz Halt gemacht, um Gummistiefel zu besorgen, denn mit so viel Regen in Afrika hatte keiner von uns gerechnet.
In Ngecheck verbrachten wir die drei Tage damit, das Stationsleben ein bisschen kennenzulernen, bei praktischer Arbeit z.B. auf dem Feld oder auf den „Straßen“ kräftig mit anzupacken, sowie die HIV-positiven Kinder in den Kinderheimen zu besuchen.
So konnten wir viele gute Erfahrungen sammeln und waren schon gespannt auf die nächste Station in Tinderet, die auch im Westen, aber noch einige Höhenmeter höher als Ngecheck liegt.
Die Fahrt dorthin war für uns Deutsche in dem kleinen, engen, leistungsschwachen Bus wieder eine Herausforderung, aber umso mehr begeisterte uns die wunderschöne Natur Tinderets, das mitten in den grünen Bergen liegt.
Auf dieser Station blieben wir eine Woche. Jeden Morgen liefen wir ins Tal, um bei der dort ansässigen Berufsschule zu helfen. Sie konnten unsere Unterstützung gut gebrauchen und freuten sich über unsere Arbeit. So pflasterten wir zum Beispiel einen Weg auf kenianische Art und bauten einen Schweinestall. Nachmittags setzten wir uns immer zusammen, um unsere Schuleinsätze zu planen, die in der nächsten Woche stattfinden sollten.
Auch in Tinderet konnten wir das Leben auf einer Missionsstation etwas kennenlernen und wurden - wie auch schon in Mbagathi und Ngecheck – von allen dort herzlich aufgenommen. Jeden Morgen gibt es auf allen Diguna-Stationen gemeinsames Singen, Beten und eine Andacht, woran auch wir teilhaben durften.
Nach der Woche in Tinderet machten wir uns in dem treuen Bus wieder in Richtung Osten, mit Zwischenstopp im Nakuru National Park. Dort verbrachten wir eine Nacht in kleinen Zelten, sodass wir genug Gelegenheit hatten, viele Tiere in der wunderschönen Natur zu beobachten.
Anschließend machten wir uns auf den Weg nach Mbukuni, was ca. 60km östlich von Nairobi liegt. Die Gegend dort ist sehr heiß, trocken und staubig, was für uns anfangs eine Herausforderung darstellte. Dazu kam, dass unsere Unterkunft zum ersten Mal überhaupt nicht mehr europäisch war, sondern so, wie man sich Afrika eben vorstellt. Kein fließendes Wasser, keine Toiletten, keine Betten. Das war eine tolle und wichtige Erfahrung!
In Mbukuni verbrachten wir eine Woche und besuchten während dieser Zeit in fünf Tagen elf Schulen. Wir stellten uns den Schülern vor, sangen einige Lieder, zeigten kleine Anspiele und hielten Andachten. Wir wollten ihnen die gute Nachricht von Jesus näherbringen. Für viele Kinder waren wir die ersten Weißen, die sie gesehen haben, sodass sie uns oft ganz gebannt zuhörten. Natürlich mussten wir deshalb Englisch sprechen, aber daran gewöhnte man sich schnell, sodass sich auch diejenigen bald verständigen konnten, deren Schulenglisch schon eine Weile her war. Während dieser Schuleinsätze konnten wir insgesamt rund 2000 Schüler erreichen – eine große Chance, die wir da nutzen durften!
Nach den Schuleinsätzen waren wir etwas erschöpft und freuten uns auf die knapp vier Tage Urlaub in Mombasa am Strand. Dort konnten wir alle Eindrücke der vergangenen Wochen etwas verarbeiten und wieder neu Kraft tanken.
Schließlich machten wir uns auf den Weg zurück nach Mbagathi, wo wir endlich nach 15 Stunden total erschöpft ankamen.
Wir verbrachten dort noch zwei Tage, sodass wir die Gelegenheit bekamen, einen Slum in Nairobi zu besuchen. Auch das hinterließ einige bleibende Eindrücke und Emotionen bei uns – die Situation der Menschen dort ist einfach erschreckend. Vielen von uns rief das erneut in Erinnerung, wie dankbar wir für unseren relativen Wohlstand sein können.
Nach den beiden Tagen in Mbagathi mussten wir uns von unseren vier kenianischen Mitreisenden verabschieden, die uns in den vier Wochen ans Herz gewachsen waren.
So kamen wir schließlich nach 12 Stunden Flug mit Zwischenstopp in Nairobi mit einem weinenden und einem lachenden Auge, total erschöpft und voller neuer Eindrücke am Frankfurter Flughafen an.
Die vier Wochen Mission Active waren eine tolle Erfahrung – auf unterschiedliche Weise für jeden von uns. Der eine lernte Dankbarkeit, die andere entdeckte die Mission für sich. Wir alle konnten viel davon mitnehmen, Gott in vielfältiger Weise erleben und tolle neue Leute kennenlernen. Wir durften so einiges über die kenianische Lebensweise – sei es das Essen oder die Mentalität – erfahren.
So erinnern wir uns immer noch gerne an die Zeit in Kenia zurück und können diese andere Art von Freizeit nur weiterempfehlen!