Erfahrungsberichte

Mein Einsatz: als Bürofachkraft in Kenia

|   Erfahrungsberichte

Von Oktober bis Dezember hatte ich die Möglichkeit in Afrika zu leben und zu arbeiten. Ich möchte euch einen kleinen Einblick geben, was ich dort alles erleben durfte und was ich mit zurück nach Österreich genommen habe.

Einer meiner Hauptaufgaben war es im Finanz-Büro zu arbeiten: Zu Helfen die Buchhaltung auf Schuss zu bringen, Monate abzuschließen, beizutragen ein System zu entwickeln, dass die Arbeit einfacher und schneller macht, die Menschen zu unterstützen und teilweise zu schulen, die nicht das Privileg hatten sich ein Know-How in einer guten Schulausbildung anzueignen. 

Die zweite Aufgabe die mich emotional noch viel mehr beschäftigte war das Helfen in den Slums. 

Wir besuchten dort Kinder in den Schulen, halfen im Unterricht mit, teilten Buttertoastscheiben und Saft aus und verbrachten einfach Zeit mit den Kindern. Oft besuchten wir auch den nahegelegenen Slum von Nairobi, wo alkohol- und drogenabhängige junge Erwachsene vor sich hin leben. 

Diese Stunden in den Slums waren für mich oft die schönsten – man merkt dass sie sich auf die Besuche von Menschen freuen, die sich Zeit nehmen und sie ermutigen ihr Leben zu leben und nicht aufzugeben. Trotzdem dankbar zu sein für das was selbst in Afrika nicht selbstverständlich ist, auch wenn das nach außen hin nicht so aussieht, weil die Armut einem fast die Luft zum Atmen nimmt. Aber haben wir (in Österreich) gute Familienverhältnisse? Können wir uns auf unsere Nachbarn und Freunde verlassen? Schätzen wir das fließende Wasser, das warme Bett oder die kühlen klimatisierten Wohnungen,…? Man würde bei den Aufzählungen nie ein Ende finden und eines müssen wir uns immer wieder in Erinnerung rufen: Es ist ein absoluter Privileg in so einem Land zu leben, wie wir es tun. 

Unser Ziel war es in diesen paar Monaten nicht nur bei der Entwicklung und dem tatsächlichem Überleben zu helfen, sondern dass auch Menschen mit keiner Hoffnung einen Lebensalltag finden können, der sie glücklich macht und mit dem es sich zu leben lohnt. Eine Schule zu besuchen oder Berufe zu erlernen ist dort nicht selbstverständlich. Genau so wenig eine sinnvolle Freizeitgestaltung zu haben oder einen Sinn im Leben zu finden. Wir glauben, dass Gott für jeden einen Plan hat und wollten so den Menschen ein bisschen Hoffnung geben. 

 

Mein Mann und ich haben uns oft die Frage gestellt, wie lebt man in Österreich nach all diesen Eindrücken? Wir wollen diese Erfahrungen und Erkenntnisse nicht nur in unseren Hinterköpfen speichern. Wir wollen zufrieden sein mit dem, was wir haben. Und wenn wir dort Eines lernen durften, dann ist es das, dass es nicht der Reichtum ist, der Menschen glücklich macht! 

 

Carina H. aus Linz/Oberösterreich

Zurück