Erfahrungsberichte

So war's: Mission Active 2013

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"Begeisterung, 4 Kenianer, ein treuer Mercedes-Truck, afrikanische Gottesdienste, Gottes Liebe, Ugali, Zebras, 11 Deutsche, swahelische Lieder, Sitzfleisch, kalte Duschen, türkisfarbenes Meer und weißer Sandstrand, interessante Persönlichkeiten und für immer bleibende Erfahrungen." , so lautet das Resume eines Teilnehmers der Freizeit 2013

 

Mission Active findet in diesem Jahr von 30.08. –27.09.2014 statt.

Das hört sich gut an? Keine Frage, die Zeit bei Mission Active Kenia lohnt sich auf alle Fälle, da sind wir Deutschen uns einig.

Am 31. August 2013 startete unser Abenteuer am Frankfurter Flughafen. Voll bepackt und gespannt machten wir uns auf den Weg nach Nairobi in Kenia. Dort sollte uns schon das erste Abenteuer erwarten, denn unsere „Ankunftshalle“ war leider wegen eines Brandes am Flughafen durch ein Partyzelt und einen Klowagen ersetzt worden.
Trotzdem wurden wir von unserem kenianischen Team, das uns die nächsten vier Wochen begleiten sollte, direkt am Flughafen abgeholt und zur Missionsstation nach Nairobi/Mbagathi gebracht. Dort durften wir uns erstmals vier Stunden unseres wohl verdienten Schlafs abholen, bevor wir an einem wunderschönen Frühstückstisch unsere erste kenianische Mahlzeit mit Blick auf den Nairobi National Park zu uns nahmen. Am Horizont sahen wir die ersten wild lebenden Zebras, Antilopen und Affen, als wir an diesem Morgen die ersten näheren Informationen zu unserem Trip bekamen und uns besser kennenlernen konnten. Gott beschenkte uns reich mit vielen verschiedenen Begabungen und Charakteren, sodass auch Verständnisprobleme, sowohl hinsichtlich der Sprache als auch der Kultur, immer gut gelöst werden konnten.

Schon am nächsten Morgen brachen wir früh morgens auf, um mit unserem Mercedes-Truck zur Missionsstation nach Tinderet zu fahren. Die Fahrt ins Hochland dauerte 11 Stunden für  350 km. Diese langen Fahrten begleiteten uns während der gesamten Zeit in Kenia. Bald bezeichneten wir den Truck als „Wohnzimmer“. Wir lernten, im Sitzen zu schlafen, sich bei lauten Motorengeräuschen zu unterhalten, zu spielen, zu essen und genossen auch oft einfach nur diese wunderschöne kenianische Landschaft und die freundlichen Leute.

In Tinderet angekommen erwartete uns ein Haus, in dem wir bei offenem Feuer abends häufig Mais grillten, Lobpreis machten, spielten und Karten schrieben. Tagsüber lernent wir die riesige Missionsstation besser kennen. Wir besuchten die Polytechnik mit den unterschiedlichen Werkstätten, die Häuser, wo die Waisenkinder untergebracht waren, fuhren zu einer Tea Farm, feierten Geburtstag und gingen zu den Bible Studies nach dem Frühstück. Außerdem konnten wir durch Gespräche mit Mitarbeitern der Station einen Einblick in die persönlichen Lebensumstände, ihre Gottesbeziehung und Überzeugungen gewinnen.

An den Nachmittagen bereiteten wir uns auf unsere Schuleinsätze in derfolgenden Woche vor. Unser School Ministry Leader brachte uns kenianische Lieder bei, wir übten Sketche ein und überlegten, was uns wichtig war, an die Kinder und Jugendlichen weiterzugeben. Hast du mal zugehört, als 11 Deutsche versuchten, ein swahelisches Lied 4-stimmig zu singen? Oder zugesehen, als Deutsche versuchten, auf Englisch eine betrunkene Person zu spielen? Ich kann es dir wärmstens empfehlen, diese Dinge auszuprobieren, es wird lustig, es bereichert dich und du wirst noch neue Begabungen und Seiten an dir entdecken.

Für deutsche Verhältnisse eher mindermäßig vorbereitet, machten wir uns 7 Tage später auf den Weg nach Kambi Moto (direkt am Äquator!), wo wir eine Woche lang School Ministry durchführten. In dieser Woche lebten wir mit absolut kenianischen Standarts. Wir hatten eine Kochstelle über offenem Feuer, wir „duschten“ mit einer Schüssel Wasser und wir wuschen auch unsere Kleidung in einer Schüssel Wasser. Es war eines von vielen Erlebnissen, das uns als Gruppe sehr nahe zusammenbrachte und uns um viele Erfahrungen bereicherte. Die äußeren Lebensumstände warfen für uns viele Fragen auf. Wie viel brauchst du zum Leben? Wie hoch ist dein Lebensstandart? Macht es dich glücklich(er)?

Während den School Ministries lernten wir zu improvisieren und flexibler zu werden. Typisch deutsche Ablaufspläne gab es nicht. Theaterstücke, Lieder, Predigten und Zeugnisse mussten den gegebenen Standarts, Örtlichkeiten, Zeitfenstern und Situationen der Jugendlichen angepasst werden. Auch das war eine wertvolle Erfahrung für viele von uns. Gott wirkte in dem, was wir machten, auch wenn wir improvisieren mussten oder ein Theaterstück spielten, das überhaupt nicht angedacht war. Mit allen Erfahrungen, ob Höhepunkte und Niederschläge, wussten wir, dass die Schülerinnen und Schüler immer begeistert waren, dass wir als „Mzungus“ zu ihnen kamen, um für sie ein Programm zu gestalten. Wir konnten die Kinder und Jugendliche zwar beschenken, doch wir fühlten uns so oft noch viel mehr beschenkt. Wir bekamen Umarmungen, Begeisterung, Fragen, Emailadressen und fröhliche Gesichter, die wir nicht so schnell vergessen werden. Die Kids rannten uns sogar noch beim Verlassen ihrer Schule hinterher.

Nach dieser Woche machten wir uns erschöpft aber glücklich und gespannt auf zur nächsten Station: Mombasa. Das klang nach Sonne, Meer, Erholung, Kamelreiten und Palmen. Wir verbrachten dort eine wunderschöne Urlaubszeit mit Schnorcheln, Matatu fahren und Zeit investieren in neu gewonnene Freundschaften. Wer vorher noch keinen Sonnenbrand bekommen hatte, bekam diesen spätestens jetzt. Wir lernten wieder eine neue Seite von Kenia kennen, im Unterschied zu stickigen Städten oder dem immergrünen Hochland in Tinderet erwartete uns hier das absolute Urlaubsparadies. So konnten wir uns hier auch mal, ganz typisch Touri, mit tollen Schuhen, Tüchern, Schals, Ohrringen und ähnlichen Dingen eindecken. 

Die vorletzte Station der Reise und ein weiterer Höhepunkt war unsere Safari im Tsavo East National Park. Dieser Park ist bekannt für die hohe Anzahl von Elefanten, die dort noch relativ geschützt leben können. Wir sahen so viele Elefanten, dass es schon fast langweilig wurde! Außerdem sahen wir noch Löwen, Büffel, Vogelsträuße, Antilopen, Giraffen und so vieles mehr. Die Landschaft war atemberaubend, rote staubtrockene Erde und Hügel am Horizont, Steppe und kleine Wasserlöcher. Die Nacht verbrachten wir in Zelten direkt im Park. Nachts hörten wir die Löwen brüllen und am nächsten Morgen erwarteten uns auf einigen Zelten ein paar stinkende Affengrüße ;).

Danach fuhren wir zurück zur letzten und auch ersten Station in Kenia: Mbagathi. In dieser letzten Woche gingen wir noch nach Nairobi und erledigten kleinere Aufgaben auf der Station. Außerdem hatten wir die Möglichkeit das Team zu unterstüzten, das in Nairobi in den Slums arbeitete. Wir begleiteten das Team, gestalteten einige Stunden in der Schule, gaben Essen aus und besuchten einige Familien. Auch dies war eine sehr eindrückliche Erfahrung mit beeindruckenden Menschen. Viele der Kids kommen in die Schule, weil es dort oft die einzige Mahlzeit des Tages gibt. Den Kindern fehlt es schon am Nötigsten, oft haben die Kinder keine Schulkleidung, Stifte oder Papier. Trotzdem freuten sie sich so sehr, dass wir sie besuchten und Zeit mit ihnen verbrachten. Dankbarkeit war eine Eigenschaft, die wir von ihnen und so vielen anderen Kenianern lernen durften.

Das gesamte deutsche Team blickt sehr erfüllt zurück auf den Mission Active Einsatz. Wir sind so dankbar, Teil davon geworden zu sein, Kenia in seiner großen Fülle, im Kontext der Kultur erleben zu dürfen und Gottes Wirken auch in Ostafrika zu sehen.

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